Programm

DAS WAR DAS INTERNATIONALE ORGELFEST SCHWAZ 2022

Die 1502 geweihte Schwazer Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt ist einer der größten gotischen Sakralbauten des Landes Tirol. Im Jahr 1898 wurde die heutige Orgel durch Franz (II) Reinisch im Barockgehäuse der Vorgängerorgel (erbaut von Gaudentius Köck 1735) errichtet, 1909 erfolgte eine Erweiterung um zwei Seitenwerken. 1969 baute der Orgelbauer Hans Pirchner aus Steinach am Brenner das Instrument so um, wie wir es heute kennen und veredelt durch die einzigartig wunderbare Akustik dieses Kirchenraums hören können.

Das Internationale Orgelfest 2023 findet vom 17.07. bis 21.08. statt. Das aktuelle Programm ist in Ausarbeitung, wir freuen uns schon auf Ihren Besuch.

  • 1

     

    Montag, 18.07.2022 | 20.00 Uhr

    Philipp Pelster,

    Salzburg (Ö/D), an der Großen Orgel

    Orgel und Epos -Auszüge aus der Filmmusik zu El Cid von Miklós Rózsa und Werke von Théodore Dubois, Sigfrid Karg-Elert und Jehan Alain* –  weitere Details >>

  • 2

     

    Montag, 25.07.2022 | 20:00 Uhr

    Ann-Helena Schlüter,

    Würzburg (D-S), an der Großen Orgel

    Königin der Instrumente – Werke von Nicolaus Bruhns, Wolfgang A. Mozart, Franz Tunder, Johann Sebastian Bach, Fanny Hensel – Mendelssohn, Max Reger und eigene Werke – weitere Details >>

  • 3

     

    Montag, 01.08.2022 | 20:00 Uhr

    Klemens Hofer,

    Innsbruck (Ö), an der Großen Orgel

    Orgel auf Reisen – so klingt es in nahen und fernen Ländern – Werke von Johann Sebastian Bach; Louis Vierne; Pierre Cochereau; William Walton; M. Enrico Bossi – weitere Details >>

  • 4

     

    Montag, 08.08.2022 | 20:00 Uhr

    Juliane Radinger,

    Fritzens (Ö), an der Großen Orgel

    Orgel klassisch – Werke von François Couperin; Johann Pachelbel; Dietrich Buxtehude; Franz Liszt, Charles Villiers Stanford, Bert Matter und Théodore Dubois – weitere Details >>

  • 5

     

    Montag, 15.08.2022 | 20:00 Uhr

    Filippo Manci,

    Rom (I), an der Großen Orgel

    Kino trifft Orgel – Werke von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn; Cesar Franck, Monty Norman; James Horner und John Williams – weitere Details >>

  • 6

     

    Montag, 22.08.2022 | 20:00 Uhr

    Johannes Berger,

    München-Kufstein (D-A), an der Großen Orgel

    Orgel klassisch mit einem Hauch Orient – Werke von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven; Alexandre Guilmant und Naji Hakim – weitere Details >>

ORGEL
KONZERTE 2022

➳ Eintritt 15,- € pro Person
➳ 10,- € für Besucher mit der SILBERCARD
➳ Kinder & Jugendliche frei
➳ 60,- € Generalpass für alle 6 Orgelkonzerte 2022

Eintrittskarten ab 19:30 Uhr an der Abendkasse, freie Platzwahl
Reservierungen sind nicht erforderlich.
Veranstalter: Gerhart Engelbrecht, Gilmstraße 14b, 6130 Schwaz

Die „große Orgel“ zu Schwaz, Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

Historische Betrachtung zu Schwaz

Schwaz ist eine Stadt, die auf eine lange Bergbautradition zurückblickt. Die erste Besiedlung mit Kupferbergbau erfolgt nachweislich um ca. 1000 v.Chr. Im Jahr 930 n.Chr. wird in Dokumenten erstmals ein Ort mit dem Namen Suates erwähnt. 1326 wird der Siedlung das Recht, einen Wochenmarkt abzuhalten verliehen. 1410 beginnt man Silber und Kupfer abzubauen. Bereits im 15. Jh. gibt es nachweislich eine Lateinschule mit Chorknaben. 1524 wird wohl das erste kath. Gesangsbuch auf Pfarrgebiet gedruckt (Schloss Sigmundslust, Vomp), die Meistersinger gründen ca. 1530 eine Niederlassung in Schwaz (Hans Sachs, Nürnberg). Die Loslösung aus der Pfarre Vomp erfolgt erst 1645. Die Blüte dauert bis 1809, auf Krieg und Stadtbrand folgt ein knappes Jahrhundert Armut. 1899 wird Schwaz zur Stadt erhoben und erholt sich langsam dank der blühenden Industrie Tabak, Keramik, Schleiferzeugnisse, Lack, usw.

Kirchenbau, Orgelbau, Orgelbauer, Organisten

Circa 1330 entsteht der erste einschiffige Sakralbau, dieser wurde 1460-1478 um zwei weitere Kirchenschiffe erweitert. Wegen explodierender Bevölkerungszahl folgt kurz darauf eine erneute Erweiterung zwischen 1490-1502, die Kirche wird vierschiffig und im Jahr 1520 erfolgt die Fertigstellung der Westerweiterung und der Fürstenempore.

Vorgänger-Orgel und deren Erbauer soweit bekannt:

  • 1482 wird erstmals eine Orgel erwähnt, noch in der Vorgängerkirche, der Erbauer ist nicht bekannt
  • 1531 Orgelneubau durch Georg Emser, die Orgel findet ihren Platz am Fürstenchörl bei der südseitigen, zweistöckigen Sakristei
  • 1588 Um- oder Neubau der Orgel durch Meister Joas Pöckh an selbem Platz
  • 1735 Orgelneubau durch Gaudentius Köck, erstmals auf der Westempore
  • 1898 Orgelneubau durch Fa.Franz (II) Reinisch

Namentlich bekannte Organisten der Liebfrauenkirche zwischen 1482-1809: Florian Hofhaimer, Wolfgang Fraßl, Nikolaus Stockhammer, zudem stellten die Organisten-Familien Tschortsch und Höttl gleich mehrere Generationen an Organisten, von denen auch einige Kompositionen erhalten sind. Das 20. Jahrhundert war geprägt vom gebürtigen Schwazer, Joseph Messner (später Salzburger Domkapellmeister), und dem eng gehaltenen Organisten-Kreis um Peter Abbrederis, Anton Thurner und Herbert Förg.

Bauabschnitte der heutigen Reinisch-Orgel

  • 1898 Neubau der Orgel im Barockgehäuse von Gaudentius Köck
  • 1909/10 Orgel-Erweiterung um 2 Seitenwerke, damals größten Orgel Tirols mit 65 Register
  • 1920, 1944, 1966 wurden unterschiedliche Dispositionen erfasst – Umbau/Reinigung
  • 1968/1969 Generalüberholung, Umbau, Verkleinerung (Reinisch-Pirchner)

Bauliches

  • Spieltisch: 4 Manuale von C-f‘‘‘ (je 54 Tasten); Pedal von C-d‘ (27 Pedale); Wippschalter für Register, Zubehör siehe Disposition!
    Elektropneumatische Spieltraktur (seit 1969), elektrische Registertraktur
  • Werke: Hauptwerk (Pedal und I. Manual); Seitenwerk Evangelienseite (II. Manual); Seitenwerk Epistelseite (III. Manual); Rückpositivgehäuse (IV. Manual).
  • Windanlage: 2 Doppelfaltbälge, zwei Magazinbälge und diverse Stoßfängerbälge. Nicht mehr funktionstüchtig, aber vorhanden: manuelle Schöpfeinrichtung, historischer Doppelfalten-Keilbalg am Dachboden.
  • Windladen: vor allem auf Kegelladen; zudem: Taschenladen (Prospektpfeifen II. und III. Manual) sowie zwei Schleiflade (Rückpositiv).
  • Register: 45 klingende Register, davon 5 von vor 1898; 11 von 1898; 28 von 1909/10; 2 aus der Zwischenkriegszeit; 1 Register von 1969; 13 ältere Register wurden 1969 baulich stark verändert.

Die Disposition der „großen Orgel“ in Schwaz

Manual Nr Register & Fußzahl Nr Ergänzungen
Manual I

(Hauptwerk)

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

Bordun 16‘

Prinzipal 8‘

Gedeckt 8‘

Oktav 4‘

Spitzflöte 4‘

Quint 2 2/3‘

Flöte 2‘

Cornett 2 2/3‘

Mixtur 2‘

Trompete 8‘

11

12

13

Koppel II – I

Koppel III – I

Koppel IV – I

Manual II

(Seitenwerk Evangelienseite, Bürgerschiff)

45

46

47

48

49

50

51

52

53

53

55

Quintade 16‘

Prinzipal 8‘

Gedeckt 8‘

Salizional 8‘

Oktav 4‘

Hohlflöte 4‘

Nasard 2 2/3‘

Sifflöte 2‘

Terz 1 3/5‘

Scharff 1‘

Trompete harmonique 8‘

43

44

Koppel III – II

Koppel IV – II

Jalousie-Schweller

Tremulant

Manual III

Seitenwerk Epistelseite, Knappenschiff)

29

30

31

32

33

34

35

36

Prinzipal 8‘

Gemshorn 8‘

Nachthorn 4‘

Prästant 4‘

Oktav 2‘

Quint 1 1/3‘

Cimbel 2/3‘

Oboe 8‘

28 Koppel IV – III
Manual IV

Rückpositiv

37

38

39

40

41

42

Gedeckt 8‘

Rohrflöte 4‘

Flageolett 2‘

Oktav 1‘

Mixtur 1 1/3‘

Clairon 4‘

Manuale: C – f‘‘‘

Pedal 15

16

17

18

19

20

21

22

23

Prinzipalbass 16‘

Subbass 16‘

Oktavbass 8‘

Gedecktbass 8‘

Quintbass 10 2/3‘

Oktave 4‘

Pedalmixtur 2 2/3‘ (4-fach)

Posaune 16‘

Fagott 8‘

14

24

25

26

27

Bourdonbass 32‘ (15 + 19)

Koppel I – Pedal

Koppel II – Pedal

Koppel III – Pedal

Koppel IV – Pedal

Pedal: C – d‘

2 freie Kombinationen

3 feste Kombinationen (Piano, Forte, Tutti)

Crescendo-Walze

Piano-Pedal-Abschalter

Manual 16‘ – Abschalter

Zungen – Abschalter (einzeln + gesamt)